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Eine Woche. Kein Code. Ein fertiges KI-Tool. - Mit Claude Code von der Idee zum Produkt.

Wie ich mit Claude Code in einer Woche vom Use Case zum fertigen Tool gekommen bin


Jeden Morgen tippe ich nach dem Aufstehen als Erstes "hi" in mein Terminal. Nicht aus Höflichkeit. Nicht weil ich glaube, dass die KI das braucht. Sondern weil Claude Code in fünfstündigen Zeitfenstern läuft und ich das erste Fenster des Tages so früh wie möglich starten wollte – damit ich später, wenn ich wirklich am Rechner sitze, mehr davon habe.

Das ist einer von vielen kleinen Hacks, die ich mir in der Woche angeeignet habe, in der ich meinen eigenen KI-Check entwickelt habe. Mit Claude Code. Ohne eine einzige Zeile selbst coden zu können.

Was genau das bedeutet, wie dieser Prozess wirklich aussah – inklusive der Momente, in denen Claude Code im Kreis gedreht hat oder ein Problem gelöst und dabei ein anderes eingebaut hat –, das erkläre ich hier. Und ich teile die Tipps, die ich mir selbst gewünscht hätte, bevor ich angefangen habe.


Was ist Claude Code – und was macht es anders als ChatGPT?

Bevor ich in meine Erfahrungen eintauche, kurz zwei Begriffe, die immer wieder auftauchen und die ich nicht einfach voraussetzen will:

TOKENS sind vereinfacht gesagt Texteinheiten – ungefähr drei bis vier Zeichen oder ein halbes Wort. Wenn ihr mit einer KI kommuniziert, verarbeitet das System alles in diesen Einheiten: euren Input, die Antwort, den gesamten Kontext des Gesprächs. Je mehr Text ausgetauscht wird, desto mehr Tokens werden verbraucht. Das ist deshalb relevant, weil Abos wie Claude Pro ein bestimmtes Kontingent pro Zeitfenster haben – und deshalb auch, warum ich jeden Morgen "Hi" getippt habe.

CLAUDE CODE ist kein Chat-Interface wie claude.ai oder ChatGPT, bei dem ihr eine Frage stellt und eine Antwort bekommt. Es läuft direkt auf eurem Rechner, greift auf Dateien zu, schreibt Code, führt ihn aus, erkennt Fehler und korrigiert sie – alles innerhalb eines laufenden Projekts. Ihr gebt die Richtung vor, Claude Code übernimmt die Umsetzung. Die Entscheidungen trefft aber immer noch ihr.

Zwei Fragen, die mich nicht losgelassen haben


Hinter dem Projekt stecken zwei Auslöser, die zusammen stärker waren als jeder für sich allein.


Der erste Auslöser:

In meiner Beratungsarbeit taucht immer wieder dieselbe Frage auf – manchmal mehrfach in derselben Woche: "Kann KI das für uns lösen?" Und jedes Mal erkläre ich dasselbe, nämlich was KI gut kann, wo sie noch an ihre Grenzen stößt und warum der konkrete Use Case der entscheidende Faktor ist. Irgendwann dachte ich mir, dass sich das standardisieren lassen müsste – ein Tool, das genau diese Einschätzung übernimmt.


Der zweite Auslöser:

Ich sage das immer meinen Kund:innen – KI testen geht am besten an einem konkreten Problem, bei dem am Ende etwas Echtes entsteht. Ich wollte Claude Code selbst ausprobieren, nicht in einem Spielprojekt, sondern an etwas Realem. Also habe ich beides zusammengelegt.


Das Ergebnis ist der KI-Check: Fünf Minuten, kostenlos, kein Login – und die ehrliche Einschätzung, ob euer Problem wirklich ein KI-Problem ist oder ob zuerst Prozesse, Kommunikation oder Wissen gefragt sind.


Was ich mitgebracht habe – und was nicht


Coden kann ich nicht. Das war von Anfang an klar, und das hat sich auch während des Projekts nicht geändert.


Was ich mitgebracht habe, ist eine Kombination aus Erfahrungen, die ich vorher nicht explizit als Vorbereitung bezeichnet hätte. Aus meiner Arbeit im Data- und BI-Bereich sowie in der Produktentwicklung kenne ich iterative Prozesse, Backlogs und das Denken in Anforderungen. Jahre der Zusammenarbeit mit Entwickler:innen haben mir ein gutes Gespür für ihre Denkweise und Sprache gegeben – gut genug, um die richtigen Fragen zu stellen und Antworten einordnen zu können, auch wenn ich selbst keine Entwicklerin bin. Und aus meiner eigenen Geschichte mit WordPress, verschiedenen CMS-Systemen und eigenem Server-Setup habe ich ein Grundverständnis davon, was Domains, Deployment und Server-Infrastruktur bedeuten.


Das hat mir geholfen. Aber es ist kein Mindestanforderungskatalog – eher ein Hinweis, was den Einstieg erleichtert.


Der wichtigste Punkt ist aber: Claude Code bringt die technische Umsetzung. Das Fachwissen, die Erfahrung, das Urteil — das bringe ich mit.


Wie der Prozess wirklich war – inklusive der unbequemen Teile


Ich habe das Projekt behandelt wie jedes andere Produktentwicklungsprojekt. Zuerst habe ich meine Idee beschrieben, mit Claude Code diskutiert und verschiedene Umsetzungsmöglichkeiten durchgespielt. Dann habe ich Rahmenbedingungen festgelegt: Branding, Sprachstil, No-Gos, Ziele, technische Voraussetzungen. Erst danach sind wir in die eigentliche Umsetzung gegangen – mit einem Backlog, priorisierten Aufgaben und einem iterativen Vorgehen, das mir mit meinem agilen Hintergrund sehr vertraut war.


Insgesamt hat das Projekt eine knappe Woche gebraucht. Kein Zeitdruck, kein Auftraggeber im Nacken – aber auch kein Smooth Sailing.


Denn hier kommt der Teil, den ich euch nicht vorenthalten will: Claude Code ist kein Zauberstab. Es kann sich im Kreis drehen. Es kann ein Problem lösen und dabei unbemerkt ein anderes einbauen. Es kann eine Änderung umsetzen, die technisch korrekt ist, aber das Gesamtsystem aus dem Gleichgewicht bringt. Das ist nicht die Ausnahme – das ist Teil des Prozesses. Und wer das nicht weiß, verliert entweder Zeit oder die Nerven.


Die Antwort darauf heißt: testen, testen, testen. Nach jeder bedeutenden Änderung. Systematisch. Und auch dafür gibt es Unterstützung von Claude Code selbst – dazu gleich mehr.


Das Claude Pro Abo liegt bei etwa 20 Euro im Monat, und ich bin damit gut ausgekommen. Ich habe bewusst nicht das stärkste verfügbare Modell gewählt, sondern Claude Sonnet – es verbraucht weniger Tokens und hat für dieses Projekt vollständig gereicht.


Meine Tipps – was ich mir selbst gewünscht hätte zu wissen


Diese Hinweise klingen vielleicht klein, machen in der Praxis aber einen echten Unterschied.


Produktentwicklung zuerst, Umsetzung danach. Claude Code will sofort loslegen – das liegt in der Natur des Tools. Wenn ihr erst diskutieren wollt, sagt es explizit: "Noch nicht umsetzen, wir besprechen das erstmal." Oder stellt den Modus auf "Um Erlaubnis fragen", dann wartet es bei jedem Schritt auf eure Freigabe. Dieser eine Schritt spart euch im Verlauf des Projekts viele unnötig verbrauchte Tokens und viel Hin-und-her.


Bei Erlaubnisfenstern lieber auf "Einmal erlauben" gehen. Während der Umsetzung erscheinen Fenster, in denen Claude Code fragt, ob es dies oder jenes darf – Dateien anlegen, etwas ausführen, auf etwas zugreifen. Wenn ihr nicht sicher seid, was das bedeutet: Wählt "Einmal erlauben" statt einer dauerhaften Genehmigung, macht dann einfach weiter und klärt bei Gelegenheit – auch mit Claude Code selbst –, was das genau war.


Testet nach jeder bedeutenden Änderung – und lasst euch einen Testplan erstellen. Claude Code kann im Kreis drehen oder ein Problem lösen und dabei ein anderes einbauen, ohne dass ihr es sofort merkt. Bittet Claude Code deshalb von Anfang an, einen einfachen Testplan zu erstellen: Was soll das Tool können? Was sind die wichtigsten Szenarien, die funktionieren müssen? Geht diese Punkte systematisch durch, bevor ihr zur nächsten Aufgabe weitergeht. Das klingt nach Mehrarbeit, ist aber tatsächlich der schnellste Weg zu einem stabilen Ergebnis.


Lasst Claude Code Dokumentation erstellen. Ich habe mir ein "How it works"-Dokument generieren lassen, das erklärt, wie das Tool aufgebaut ist. Parallel dazu hat Claude Code ein Backlog gepflegt und die eigenen Memory-Dateien befüllt, in denen wichtige Projektinformationen gespeichert sind. Das bedeutet: Das Wissen lebt nicht nur in meinem Kopf oder in einem Chat-Verlauf, der irgendwann verschwindet. Und es schafft Tool-Unabhängigkeit – wer alle wichtigen Entscheidungen, Strukturen und Prozesse sauber dokumentiert hat, ermöglicht es anderen Menschen oder Tools, nahtlos weiterzuarbeiten, ohne erst alles von vorne erklären zu müssen.


Aktualisiert am Ende jedes Arbeitstages alles – und verlasst euch nicht darauf, dass Claude Code das von selbst tut. Mein letzter Satz in jeder Session war immer derselbe: "Aktualisier alle Dateien – Backlog, How-it-works, Memory – damit ich auf einem anderen Gerät nahtlos weiterarbeiten kann und den Chat clearen kann, ohne dass etwas verloren geht." Das war für mich fast der wichtigste Schritt im ganzen Prozess. Die Verantwortung dafür bleibt bei euch als Product Owner – Claude Code denkt nicht automatisch daran, und das ist auch gut so: Wer sein Projekt wirklich versteht, behält die Kontrolle darüber.


Stellt Fragen – und bittet um nicht-technische Erklärungen. Ich habe zum Beispiel gefragt: "Was sind wichtige Themen, die ich bei der Entwicklung einer Web-App berücksichtigen sollte?" – und bekam konkrete Hinweise zu DSGVO, UX und Barrierefreiheit. Ich hätte nicht gewusst, dass ich diese Fragen stellen muss. Claude Code wusste es. Und auf die Bitte "Erkläre das für Nicht-Techies" war jede Antwort sofort verständlich.


Speicher dir meine Tipps ab
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Mini-Checkliste: Bin ich bereit für ein eigenes Claude-Code-Projekt?


Ihr müsst nicht alle Punkte abhaken – aber je mehr davon zutrifft, desto leichter wird der Einstieg:


  1. Ich habe ein konkretes Problem, das ich lösen möchte (kein Spielprojekt)

  2. Ich kann mein Ziel und meine Rahmenbedingungen in eigenen Worten beschreiben

  3. Ich habe Geduld für einen iterativen Prozess – Dinge werden sich verändern

  4. Ich bin bereit, mir neue Begriffe anzueignen (auch wenn ich sie nicht vollständig verstehe)

  5. Ich habe Grundkenntnisse darüber, wie Dateien, Ordner und Software auf meinem Rechner funktionieren

  6. Ich bin offen dafür, Claude Code zu fragen wenn ich nicht weiterkomme – auch bei vermeintlich dummen Fragen

  7. Ich plane, nach jeder größeren Änderung systematisch zu testen


Fazit: Die Einstiegshürde ist niedrig – aber nicht bei null


Ihr braucht keine Programmierkenntnisse. Aber ihr braucht Motivation, Offenheit und die Bereitschaft, euch auf neue Begriffe und Zusammenhänge einzulassen. Claude Code macht vieles – das Mitdenken übernimmt es nicht für euch, und das Testen schon gar nicht.

Was ich durch das Projekt gewonnen habe, ist schwer zu beziffern. Ich habe Möglichkeiten dazubekommen, Ideen umzusetzen, die ich vorher schlicht nicht hätte realisieren können. Und ich habe enorm viel gelernt – was ich liebe.

Das bestätigt mich in etwas, das ich auch meinen Kund:innen immer sage: Ihr könnt niemanden dazu zwingen, KI sinnvoll zu nutzen. Ihr müsst erst Bock drauf machen.


Testet den KI-Check direkt: ki-check.veronique-schmitz.de – fünf Minuten, kostenlos, kein Login. Und wenn ihr Fragen zum Einstieg in Claude Code habt, schreibt mir.

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